Nähen mit Kindern – die Vorbereitung

Immer wieder bin ich in der Vergangenheit gefragt worden, wann ich meine Kinder an die Nähmaschine gelassen habe… wie ich Ihnen die Nähmaschine näher gebracht habe… Wie man Kindern nähen beibringt.

Ich starte daher auf meinem YouTube-Kanal die Serie „Nähen lernen mit mommymade“ in der ich zeige, wie ich meinen Kindern nähen beigebracht habe. Die Serie eignet sich genausogut für Jugendliche oder Erwachsene, die mit dem Nähen anfangen möchten und noch keinerlei Erfahrung haben. Und eben für diejenigen, die ihren Kindern oder Enkeln, Nichten oder Neffen gerne Nähen beibringen möchten.

Doch bevor man anfängt, mit einem Kind zu nähen, gilt es, sich über ein paar Dinge Gedanken zu machen, und ein paar Dinge vorzubereiten.
Was genau, erzähle ich Euch in diesem Video:

1. Die Nähmaschine

Wenn Ihr einem Kind nähen beibringen möchtet, näht Ihr vermutlich selbst und besitzt folglich eine Nähmaschine. Ihr braucht keine spezielle Kindernähmaschine, um Eurem Kind nähen beizubringen. Setzt es an Eure Maschine! – so lange, bis sich die Nähsucht im Kind etabliert hat, und Ihr Euch um die Nähmaschine streiten müsst 😉
Im Idealfall habt Ihr eine Nähmaschine, bei der man die Geschwindigkeit regulieren kann. Wenn das der Fall ist: stellt sie so langsam ein,wie es geht. So geht auch bei versehentlichem Vollgas nichts schief.

Sollte Eure Nähmaschine eine Automatik besitzen (einen Start-Stop-Knopf), mit der man ohne Pedal nähen kann, wäre meine klare Empfehlung diese NICHT zu verwenden. Der Maschine ist es in der Automatik egal, was unter der Nadel ist – ob Stoff oder Finger. Und bis der Stop-Knopf gedrückt ist, vergeht möglicherweise zuviel Zeit.
Bringt Euren Kindern bei, wie das mit dem Nähpedal funktionert. Übt das Gas geben, und den Fuß vom Pedal zu nehmen, wenn man anhalten will.

 

2. Der Nähplatz

Einen geeigneten Nähplatz für Kinder zu finden ist nicht immer ganz einfach. Sie müssen zum einen gut am Tisch / der Nähmaschine sitzen können (ohne einen Buckel zu machen und ohne hochgezogene Schultern), zum anderen aber gleichzeitig mit dem ganzen Fuß ans Pedal kommen können.
Probiert ein paar Orte in Eurer Wohnung aus. Kinder(garten)möbel eignen sich am besten. Bei normalen Arbeits- oder Esstischen, stellt ggf. einen Hocker, einen Schemel, eine Kiste oder irgendetwas unter das Nähpedal und probiert aus, wie Euer Nähneuling am besten ans Pedal kommt.

3. Die Sicherheit

Als erstes, wie eingangs erwähnt: Nähgeschwindigkeit herunterregeln, falls Eure Maschine das erlaubt. Langsam anfangen ist immer gut 🙂
Der Zweite Schritt wäre, das  Kind mit dem Nähpedal vertraut zu machen. Ohne Stoff in der Maschien. Einfach ausprobieren lassen, wie die Maschine reagiert, wenn man unterschiedliche fest auf das Pedal tritt; wann sie aufhört; wie schnell sie bei Vollgas wird… lasst die Neulinge da einfach ein Gefühl für bekommen.
Dann spielt das „Start-Stop-Spiel“, bei dem Euer Kind mit das Pedal betätigt und auf Euer Kommando „Stop“ den Fuß vom Nähpedal nimmt, damit die Maschine aufhört zu nähen. Das ist wichtig, damit ihr später, wenn Ihr daneben sitzt, jederzeit STOP rufen könnt, und das Kind dann nicht erschrickt, sondern weiß, dass es den Fuß vom Pedal nehmen soll.
Und dann gibt es nur noch die oberste Sicherheitsregel: Ohne mich wird nicht genäht!
Klärt das mit den Kids. Dass nur genäht wird, wenn ein Erwachsener daneben sitzt. Zumindest bis Ihr diese Regel aufhebt, weil ich ein gutes Gefühl dabei habt, und es Eurem Kind zutraut, alleine zu nähen.

4. Material

Was braucht man, wenn man mit Kindern nähen lernen möchte?
Nun, vermutlich nichts, was Ihr als Nähmenschen nicht ohnehin habt 🙂
– Für den Einstieg eignet sich Baumwollwebware am besten. Hier reichen zunächst Stoffreste unterschiedlicher Größe für Experimente und das Anfreunden mit der Nähmaschine.
– Ihr braucht Nähgarn in Kontrastfarbe, damit die bei den Experimenten und Übungen genähten Linien auf dem Stoff gut sichtbar sind.
– Stifte zum Markieren auf Stoff. Das können Kreidestifte sein, oder spezielle Stoffmarker…oder ein weicher Bleistift. Den benutze ich tatsächlich mit am liebsten.
– eine Stoffschere, die von Kinderhänden verwendet werden kann. Solltet Ihr nur eine große Stoffschere haben, lohnt die Anschaffung einer kleineren für die Kids.
– Näh-clips! Solltet Ihr die noch nicht im Haus haben, besorgt Euch welche. Sie funktionieren super und sind für Kinder deutlich einfacher zu handhaben als Stecknadeln 😉

5. Geduld

Stellt Euch darauf ein, dass Ihr davon einiges brauchen werdet. Nehmt Euch und Euren Kindern nicht zuviel auf einmal vor. Erfahrungsgemäß konzentrieren sich Kinder sehr stark beim Nähen und sind folglich auch schneller müde. Das variiert natürlich von Kind zu Kind und ist natürlich auch stark vom Alter abhängig… aber grundsätzlich näht Ihr am Anfang wirklich in Zeitlupe…entsprechend lange dauern eben auch einfache Projekte. Stellt Euch und Eure Kinder also am besten darauf ein, dass Ihr mehrere Sessions für ein Projekt brauchen werdet.

 

Das war’s soweit an Dingen, die Ihr in meinen Augen vorab braucht, bedenken oder beachten solltet, wenn Ihr einem Kind das Nähen beibringen wollt.
Freut Euch also auf die Serie „Nähen mit Kindern“ / „Nähen lernen mit mommymade“.
Die komplette Playlist findet Ihr hier: *KLICK*

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