Spaß mit dem Amt, das keines ist.


Das Arbeitsamt ist ja seit geraumer Zeit gar kein Amt mehr. Nein! Es ist eine Agentur.

Die Agentur für Arbeit. Ein Dienstleister!
Zumindest behauptet es das von sich.
Nun…ich komme ja aus dem sogenannten „Agenturbereich“ – zwar aus einer anderen Art und Ecke, aber egal. Dienstleister sind Agenturen ja schließlich alle. Tja… aber ganz ehrlich?: wenn Kundenorientierung, Servicegedanke, Bearbeitungstempo und Erreichbarkeit bei irgendeiner Agentur da draußen in der freien Wirtschaft länger als nur ein paar Tage so sind, wie bei besagter Agentur, dann verschwindet sie innerhalb kürzester Zeit, würde ich meinen. Weil sie nämlich keine Kunden mehr bekommt.
Was will ich eigentlich von denen?
Vielleicht erinnert sich der/die Ein oder Andere an diesen Post.
Das Ende meiner Elternzeit rückt näher… die mommymade-Geschäfte laufen ganz gut (jedenfalls deutlich besser, als ich je gedacht hätte)… und es gilt zu klären, ob mommymade nicht meine berufliche Zukunft werden könnte -anstelle eines „normalen“ Teilzeit-Jobs – parallel zu meinem Vollzeit-Job als mommy 😉
Tja… und da hatte ich die – offenbar total abstruse – Idee, mal beim Arbeitsamt nachzuhören, wie das so ist, mit dem Existenzgründungszuschuss.
Vieles darüber, wann man den bekommt, konnte ich online recherchieren. Aber ich brauchte (und brauche noch immer) eine ganz konkrete Artwort auf die (wie ich dachte ganz einfache) Frage: „Könnte ich theoretisch diesen Gründungszuschuss bekommen, falls ich am Ende meiner Elternzeit arbeitslos werde?“.
Denn – nennt mich verrückt –  aber ich dachte, für die Entscheidung, ob ich mich dann in die Selbständigkeit stürze oder nicht, könnten Zahlen (konkret: Geld, das monatlich reinkäme) eine sinnvolle Information und Entscheidungsgrundlage sein.
Nun. Man kann leider nicht einfach bei der Agentur für Arbeit vorbeigehen und sich diesbezüglich beraten lassen –  NEIN! Man ruft an, und bekommt dann einen Termin. Und zwar nicht etwa einen Termin, wann man dann hingehen darf – NEIN! Einen Termin zu dem man zurückgerufen wird, von jemandem, der einem dann einen Termin zum vorbeikommen gibt. So die Theorie.  In der Praxis habe ich bereits etliche dieser Anläufe hinter mir.
Entweder es rief garniemand zurück, und das Spiel begann von vorne, oder aber man dachte, man könne meine Fragen ja auch telefonisch beantworten – da war ich dann aber – huch! – beim falschen Ansprechpartner, und der „richtige“ sollte mich zurückrufen…und so weiter.
Ich habe mittlerweile dann doch diverse Rückrufe von diversen Mitarbeitern aus diversen Abteilungen erhalten, in den letzten Wochen und Monaten. Einer konkreten Antwort auf meine eine Frage bin ich leider kein Stück näher.
Offenbar kann man mir nicht einmal sagen, ob ich, falls ich nach der Elternzeit arbeitslos werde, überhaupt einen Anspruch auf Arbeitslosengeld habe (und das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass man einen Gründungszuschuss beantragen kann).
Bitte was?!?
Richtig: Die einen Mitarbeiter sagen so, die anderen so, aber eine der Aussagen war tatsächlich, dass ich als Mutter, die nach der Elternzeit arbeitslos wird, möglicherweise überhaupt keinen Anspruch auf „Entgeltersatzleistung“ (so heißt es ja richtig) habe. Und das, muss ich sagen, finde ich ganz schön krass!
Die Begründung war wörtlich „Wir sind wie eine Versicherung, müssen Sie sich vorstellen: Wenn Sie nicht einzahlen, bekommen Sie auch nichts heraus. Und wenn Sie in den letzten 12 Monaten nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren und  dadurch eingezahlt haben, haben Sie auch keinen Anspruch auf eine Leistung von uns“. Mutterschaftsgeld- und Elterngeldbezugszeiten werden da wohl berücksichtigt, aber Elternzeit darüber hinaus eben leider nicht. Wenn man also länger zu Hause die Kinder selber betreut, als man Elterngeld bekommt: Pech gehabt.
Da bleibt dann im Falle der Arbeitslosigkeit allenfalls noch Hartz IV.
Ich finde das relativ unglaublich, aber was soll’s.
Mein Status mit der Agentur ist diesbezüglich nun, dass man das jetzt doch nochmal konkret prüft (wofür ich Bescheinigungen der Krankenkasse, des Arbeitgebers….etc.pp. einreichen muss).
Meine Meinung dazu ist mittlerweile, dass ich es einfach nicht glauben kann, dass dieser Dienstleister mir die einfache Frage, ob ich, falls ich arbeitslos werde, einen Anspruch auf Arbeitslosengeld und somit die Chance auf einen Gründungszuschuss hätte, wenn ich mich selbständig mache, partout nicht beantworten kann (dabei ist das doch deren Kerngeschäft, oder?).
Und wisst Ihr was? Ich habe beschlossen, das jetzt als „dead end“ zu betrachten.
Es ist mir einfach zu blöd.
Ich habe ja im Alltag kaum genug Zeit, meine Bestellungen abzuarbeiten, neue Produkte/Ebooks zu entwickeln und mein mommymade business weiter voranzutreiben. Was ich aber sicher nicht habe, ist die Zeit, mich monatelang mit einem Dienstleister herumzuärgern, ohne eine Antwort auf meine eine Frage zu bekommen.
Was bedeutet das dann für mein mommymade business?
Nun, es bedeutet, dass ich, wenn ich das nach der Elternzeit zu meinem Beruf machen will, entweder soviel damit verdienen muss, dass es auch ohne Gründungszuschuss reicht, oder mich mal nach alternativen Förderungsmöglichkeiten umsehen muss (in Form von Zuschüssen, nicht in Form von günstigen Krediten für Existenzgründer…die brauche ich nicht).
Mein nächster Schritt ist daher ein Termin in der IHK.
Ich hoffe dort auf mehr Kompetenz zu treffen (was nicht sonderlich schwer sein dürfte).
Die können mir zudem sicher auch Ratschläge geben zu den Stichworten „Unternehmensform“ , „Steuern“, „Buchführung“, „Absicherung“…etc.
Man darf gespannt sein 🙂

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